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Sagen & Kurioses


Die königliche Jungfrau zu Adelwang

Zu Adelwang befindet sich bei der dortigen Wallfahrtskirche ein sogenannter heiliger Brunnen, schon lange wegen seiner Heilkräfte besucht, noch mehr aber durch die Sage berühmt, daß man bei demselben nächtlicher Weise öfters eine königliche Jungfrau im schneeweißen Kleide, mit flatternden Haaren, in welche blitzende Diamanten gewunden, wandeln sehe.


Quelle: Erzählungen und Volkssagen aus den Tagen der Vorzeit von dem Erzherzogthume ob der Enns, Ein Unterhaltungsbuch für Jedermann, Linz 1834, Faksimile Druck, Linz 1991, Seite 71


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Vom wilden Jäger

Im Traunkreis ist ein Bauernhof, der weder Einfahrts- noch Gassenthor hat, obwohl die Thüröffnungen nicht fehlen. Der Hof steht somit jahraus, jahrein, Tag und Nacht unverschlossen. Mehrere Besitzer haben es schon versucht, Thore anzubringen, um den Hof schließen zu können; aber über Nacht wurden sie wie von unsichtbaren Händen wieder ausgeworfen. Dennoch ist im Hofraume alles sicher, obwohl eine Menge Haus- und Ackergeräte umherliegen. Einst versuchten schlechte Leute einen Diebstahl; aber kaum, daß sie dreißig Schritte weit gekommen waren, warfen sie ihre Beute weg und liefen eiligst davon.

Durch diesen Hof soll vor alters die Wilde Jagd gezogen sein. Gleichen Inhalts ist die Sage vom "Schloß Wildberg". Das Fenster des Thurmes im Schlosse Wildberg, wo Wenzel der Faule gefangen saß, kann nicht vermauert werden. Die am Tage eingelegten Ziegel werden nachts wieder hinabgeschleudert.


Quelle: Oberösterreichische Volkssagen. Gesammelt von Kajetan Alois Gloning. Ried 1884. S. 62


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Losenstein

Oberhalb des Dorfes Losenstein an der Enns, zwischen Steyer und Weyer, steht hoch auf dem Felsen die gleichnamige Burgruine. Sie war einst ein gefürchtetes Raubnest, von dem aus der Wanderer überfallen und ausgeplündert wurde. Die Freiheit mußte sodann mit reichlichem Lösegeld erkauft werden.

Da man von dem Felsenschlosse auf die Vorüberziehenden lauerte ("loste"), so erhielt dasselbe im Volksmunde den Namen "Los am Stein", woraus dann Losstein und endlich Losenstein wurde.


Quelle: Oberösterreichische Volkssagen. Gesammelt von Kajetan Alois Gloning. Ried 1884. S. 91